Wurstfingerkunst

Mit Smartphones kann man nicht nur telefonieren. Der per Fingerstreich zu bearbeitende Monitor bietet viele Möglichkeiten, sich kreativ auszuleben. Sicher gibt es mittlerweile auch unzählige Apps, die einem das Zeichnen mittels Handy oder Tablet vereinfachen, aber trotzdem ziehe ich die Benutzung spartanischer Programme vor. Mein Aquarellblock hat schließlich auch keine Filterfunktion, die unsauber getuschte Übergänge automatisch verblendet. In der Kunst gibt es keine Fehler.

Die Notizenfunktion meines Smartphones bietet mir die optimale Oberfläche für eine Kreativbehandlung mittels Wurstfinger. So male ich gerne real existierende Kunstwerke – ganz egal, ob ich sie optisch ansprechend finde oder nicht – mit dem viel zu dicken Zeigefinger auf dem kleinen Handybildschirm nach. Dabei werden die Kunstwerke natürlich zwangsläufig auf ihre Grundessenzen reduziert, wie Bildaufteilung, Form, Farbe, Schatten und Lichter. Dennoch reichen scheinbar wenige Wurstfingerstriche aus, um einen gewissen Wiedererkennungswert zu erreichen.

Auch wenn ich am Ende selbst oft über das Ergebnis schmunzeln muss, so sei an dieser Stelle unbedingt erwähnt, dass ich die Originale keinesfalls parodieren oder ins Lächerliche ziehen möchte. Ich verstehe meine „Werke“ eher als Hommage an die ursprünglichen Künstler.